Verkostung „Historische Rebsorten“

Verkostung des Collegium Vini am 15. Februar 2018
„Historische Rebsorten“
Verantwortlich: Prof. Dr. Ulrich Steger

Link zum Veranstaltungshinweis

1. Begrüßungssekt
(Weißer) Elbling Extra Brut (2015), Weingut Dostert, Nittel (Mosel)
A 12,5 RZ 5,9 S 7,6 (ohne Dosage)

Elbling gehört zu den ältesten Rebsorten, vermutlich deutschen Ursprungs aus spontaner Kreuzung von (Wildrebe + Traminer) x Weißer Heunisch, heute noch ca. 500 ha, vor allem in der südlichen Mosel angebaut. Die frühreifende Sorte ergibt säurebetonte Weißweine, daher zur Sektherstellung besonders geeignet.

2. Roter Riesling (2 flights)
a) Schloss Reinhartshausen Roter Riesling 2016 (Hofgut Mariannenaue)
A 12 RZ 6,1 S 8,2

Dr. Corvers-Kauter, 2016 Roter Riesling, Qualitätswein,
A 12 RZ 5,1 S 8,3

b) Baron Knyphausen 2016 VDP.Gutswein Roter Riesling
A 11,5 RZ 13,1 S 7,7

Heppenheimer Eckweg, Kabinett feinherb (2016), Bergsträsser Winzer e.G., Heppenheim
A 11 RZ 13,9 S 6,8

Entgegen früheren Annahmen ist der Rote Riesling eine farbliche Mutation aus dem normalen Riesling (und wird auch deshalb so ausgebaut), mit etwas besserer Wärmeverträglichkeit (da dickschaliger), geringerer Säure und etwas mineralischer. Früher sehr häufig im gemischten Satz, Renaissance seit ca. 2010, heute im Rheingau und Bergstr. ca. 37 ha, ab 2018 bundesweite Anpflanzung möglich.

3. „Gemischter Satz“
Baron Knyphausen 2015 VDP.Gutswein Gemischter Satz trocken (7 versch. Historische Rebsorten)
A 13,0 RZ 5,9 S 9,3

Alzenztäler Alter Satz „Cöllner Rosenberg“ (2016), Weingut Hahnmühle, Mannweiler-Cölln (Nahe) (Riesling und Roter Traminer)
A 12 RZ 7,0 S 7,2

„ Gemengelage“ (2016), Weingut von Racknitz, Odernheim/Nahe (Disibodenberg)
A 11 RZ 3 S 7
(12 verschiedene Rebsorten, vor allem Burgundersorten, Riesling, Sylvaner, Adelfränkisch, Orleans, Traminer, Elbling)

Der gemischte Satz war bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts eine weit verbreitete Anbaumethode, gerade des bäuerlichen Weinbaus. In einer Zeit kälteren Klimas und ohne Chemie stellte die Vielzahl von Rebsorten in einem Weinberg eine Risiko-Streuung dar. Heute gilt er als vielversprechende Methode, historische Rebsorten wieder zu nutzen, weil sich die Nachteile einzelner Sorten ausgleichen, interessante Weine von einer hohen Komplexität entstehen (was viel weinbauliches Können verlangt), die von Jahr zu Jahr variieren.

4. Essensbegleiter:
Baron Knyphausen 2015 VDP.Gutswein Gemischter Satz (7 versch. Historische Rebsorten)
A 12,0 RZ 5,4 S 7,30

5. Die reaktivierten Klassiker
Heunisch 2016 (Rüdesheimer Berg Rottland“), Weingut Breuer, Rüdesheim
A 11.9 RZ 1,4 S 5,9

Der (weiße) Heunisch stammt aus dem frühen Mittelalter (daher gibt es ca. 180 Synonyme!) und gilt als Vater u.a. von Riesling und Chardonnay. Gegenüber dem „feinen fränkischen“ Wein galt er als „grob“ (d.h. minderwertiger, säurehaltiger Wein), aber er war ertragsstark und trieb spät aus (wichtig bei den häufigen Frühjahrsfrösten der „kleinen Eiszeit“). Heute sorgen eine Ertragsbegrenzung und ein längeres Hefelager für einen genießbaren Wein.

Gelber Orleans (2016), Weingut Knipser, Laumersheim/Pfalz
A 13,6 RZ 1,1 S 8,6

Der gelbe Orleans gehört zu den ältesten deutschen „fränkischen“ Weinen, obwohl auch sehr ertragsstark und stark variierend in den Charakteristika. Die dickschaligen Beeren ergeben säurebetonte, alkohol- und körperreiche Weine. In den früheren Hauptanbaugebieten des Rheingaus, Rheinhessens und der Pfalz wurde er jedoch seit Mitte des 19. Jahrhunderts komplett vom Riesling verdrängt.

„Sulzfelder“ Blauer Silvaner (2016). Weingut Zehnthof Luckert, Sulzfelden (Franken)
A 12,5 RZ 2,8 S 5,2

Diese aus dem grünen Sylvaner „zurückgezüchtete“ Rebsorte – manche halten sie für die Urrebe des Silvaners – wurde erst 1984 wieder zugelassen (nicht zu verwechseln mit dem Roten Silvaner, der nur eine Spielart des normalen Silvaners ist, aber vermutlich gab es auch mal eine Rotweinsorte). Die vielschichtige Beerenfarbe variiert von grau bis violett (daher der Name), aber die Farbtiefe reicht nie für einen Rotwein. Die mittel- bis spätreifende Traube erbringt fruchtige Weißweine, Hauptanbaugebiete (ca. 38 ha !) sind Franken und die Hessische Bergstraße.

6. Die wirklich vergessenen Rebsorten (H. Konrad, Hochschule Geisenheim)
2016 Räuschling, Institut für Rebenzüchtung
A 11,6 RZ 1,2 S 6,5

Räuschling ist eine natürliche Kreuzung vom Weißem Heunisch und unbekanntem Elternteil. Im Mittelalter unter dem Namen Drutsch beschrieben. Anbaufläche heute in D 0,04 ha. In der Schweiz um den Zürichsee ca. 25 ha im Anbau.

2016 Blauer Affenthaler Rotwein, Institut für Rebenzüchtung
A 11,3 RZ 0 S 4,4

Natürliche Kreuzung von Weißem Heunisch und Süssschwarz. Nur noch in Einzelexemplaren außerhalb staatlicher Sortimente erhalten.

2016 Blauer Elbling Rotwein, Institut für Rebenzüchtung
A 13,2 0 RZ 0 S 4,6

Natürliche Kreuzung von Weißem Riesling und Trollinger. Wurde mit 2000 Exemplaren an der Bergstraße gefunden. Widerstandsfähig gegen die Kirschessigfliege.

7. Historische Rotweine
Gansfüßer, Musbacher Kurfürst 2012, Rotwein trocken, Staatsweingut Neustadt
A 13,5 RZ 0 S 5,2

Die Herkunft ist unbekannt, der Name leitet sich von der Blattform ab, im 16. Jahrhundert die beliebteste, auch weil spätreifende Rotweinsorte in den nördlichen Weinbaugebieten, wurde aber wegen der unsicheren Erträge verdrängt. Neben der Staatl. Forschungsanstalt Neustadt werden auch im Jura (unter dem Namen Argant, von der DNA her identische) wenige Hektar angepflanzt.

Urban (2015), Weingut Graf Adelmann
A 12,5 RZ 1,0 S 4,3

Diese mit dem Trollinger verwandte Sorte (Herkunft unbekannt) war als ertragsreiche Sorte früher in Süddeutschland, dem ganzen Habsburgerreich und im Norden Frankreichs verbreitet, oft auch als Tafeltraube und oft im gemischten Satz, wegen der Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen heute faktisch ausgestorben.

Valle de Aconcagua Caménére Gran Reserva trocken (2015), Vina Baron Knyphausen, (Chile)
A 14 RZ 2,77 S 3,47

Ein Sprung nach Chile: dort hatte diese ursprünglich aus Frankreich kommende Rebsorte vor 150 Jahren die Reblaus überlebt. Durch DNA-Analyse konnte festgestellt werden, dass sie nicht mit den Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon verwechselt werden darf (obwohl sie ampelographisch ähnlich aussieht). Die spät reifende, ertragsunsichere Rebe neigt zum Verrieseln und ist anfällig für Wurzelprobleme, deshalb hat sie die dominante Stellung, die sie im Medoc des 18.Jahrhunderts hatte, verloren. Neben Chile findet sie sich heute noch in Norditalien und China.

8. Zum guten Schluss
Tauberschwarz (2015), Weingut Hofmann, Röttingen (Tauberfranken)
A 13,5 RZ 5 S 4,5

Diese seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesene Rebsorte aus dem Tauber- und Vorbachtal wird heute auch nur noch dort auf ca. 12 ha angebaut und ist deshalb auch in die Slow Food „Arche des Geschmacks“ als vom Aussterben bedroht aufgenommen. Geographisch gehört das Taubertal zum südlichen Franken, politisch aber zu Baden-Württemberg. Die Sorte galt als ausgestorben, man fand jedoch 1959 alte Rebstöcke, die züchterisch bearbeitet und 1996 wieder offiziell als Sorte zugelassen wurden. Die dünnhäutige, stark wuchernde Rebe erfordert erheblichen Mehraufwand im Weinberg und Ertragsreduzierung mit 2jährigem Ausbau im Holzfass, um dunkelrote, kräftige Weine mit dem besonderen leicht rauchigen Zartbitter-Geschmack zu erhalten.

Muskat-Trollinger (Spätlese 2011), Weingut Kistenmacher-Hengerer, Heilbronn
A 13 RZ 5 S 4,5

Über diese ertragreiche Rebsorte wird seit 220 Jahren in der botanischen Literatur spekuliert (in Deutschland seit 1850 nachgewiesen), möglicherweise stammt diese Rebsorte aus England, zahlreiche Synonyme weisen auf eine weltweite Verbreitung hin. Lt. DNA-Analysen handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Schiava Grossa x Muscat d`Alexandrie, hat also keine Verwandtschaft mit den zahlreichen anderen Muskattrauben (außer dass sie auch als Tafeltraube beliebt war). Die mittelreifende Sorte bringt leichte, aber rubinrote Rotweine mit leichtem Muskatton hervor.

Lörzweiler Hohberg Rosenmuskateller (Weißherbst Spätlese mild 2015), Weingut Gottwald & Sohn, Lörzweiler
A 10 RZ 60,1 S 7,6

Vermutlich stammt diese rein weibliche Rebsorte aus Dalmatien (wo sie seit ca. 300 Jahren nachgewiesen ist) und ist – lt. DNA Analysen – ein direkter Nachkomme von Muscat Blanc, der zweite Elternteil ist unbekannt. Die mittel- bis spätreifende, aber sehr dünnhäutige Beere bringt nur zwiebelschalige Rotweine mit Aromen nach Rosen (daher der Name) hervor und wird deshalb gerne als Weißherbst ausgebaut. Die ca. 70 ha Anbaufläche sind dominant in der DOC Südtirol und Kroatien zu finden.

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Brahms in Rio

 BRAHMS IN RIO: Das Zukunftsorchester in Südamerika  Die Junge Deutsche Philharmonie geht auf Südamerika-Tournee: Sinfoniekonzerte mit Mahler und Brahms und Musikprojekte mit Kindern und Jugendlichen.  (Foto: Achim Reissner, Junge Deutsche Philharmonie)

BRAHMS IN RIO: Das Zukunftsorchester in Südamerika
Die Junge Deutsche Philharmonie geht auf Südamerika-Tournee: Sinfoniekonzerte mit Mahler und Brahms und Musikprojekte mit Kindern und Jugendlichen.
(Foto: Achim Reissner, Junge Deutsche Philharmonie)

Gestern abend war ich bei der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt und konnte dort etwas zu deren neuestem Projekt „Brahms in Rio“ lernen. Ich lernte aber auch, wie heutzutage Kultursponsoring betrieben wird.
Die Aventis Foundation, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Crowdfunding-Plattform Startnext laden einmal jährlich Kulturschaffende aus dem Rhein-Main-Gebiet ein, ihre geplanten Kulturprojekte mit einem Crowdfunding-Projekt vorzustellen. Eine Crowdfunding-Plattform ist im Prinzip eine Internetseite, auf der Menschen Projekte mit Geld unterstützen können. Wird das angefragte Budgetziel erreicht – und nur dann – wird das Geld von den Beteiligten eingezogen und an das Projekt ausgezahlt. Wird das Budgetziel nicht bis zum Schlussdatum erreicht, findet das Projekt eben nicht statt.
Bei dieser Aktion entscheidet die Crowd – das sind wir – mit über ein Preisgeld von bis zu 250.000 €.

Und jetzt zu dem Projekt „Brahms in Rio“ der Jungen Deutschen Philharmonie. Die Junge Deutschen Philharmonie versteht sich als Kulturbotschafterin und möchte den Menschen in Chile, Brasilien, Peru und Kolumbien Sinfonien von Johannes Brahms und Gustav Mahler näherbringen. Dazu kommen Education-Projekte mit Kindern und Jugendlichen vor Ort. Um dies etwas weiter als sonst entfernte Tournee zu ermöglichen, fehlen „nur“ 17.000 €, die über Startnext gesammelt werden sollen. Jede Unterstützung zählt, man kann einfach nur das Projekt „liken“, also mit einem Klick seine ideelle Unterstützung kundtun, man kann aber auch finanziell unterstützen – schon ab 1 €.
Auf www.startnext.com/suedamerika haben Sie die Wahl, für die Junge Deutsche Philharmonie zu spenden oder sich eines der attraktiven Dankeschöns – etwa eine von dem Dirigenten Jonathan Nott signierte DVD oder einen Probenbesuch in Frankfurt am Main – auszusuchen.

Da Wein und Musik sehr gut zusammen harmonieren, habe ich mir erlaubt, das auf unsere Website zu stellen.
Ich bin gespannt auf das Ergebnis – die Aktion läuft noch bis zum 28.2.2018.

Klaus Rössler

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Einladung zur Degustation „Historische Rebsorten“

Donnerstag, 15. Februar 2018, um 18:30 Uhr
im Steigenberger Hotel, Kaiser-Friedrich-Promenade 69 -75, Bad Homburg v.d.H.

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten, liebe Gäste,

Weinbau gehört bekanntermaßen mit zu den ältesten Agrartraditionen mit einer unglaublichen Vielfalt an den verschiedensten Rebsorten – teils durch Züchtung aber auch durch die Mutationsfreude der Weinrebe. Aber seit Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine zunehmende „Verengung“ des Rebensortenspektrums ein, heute entfallen in Deutschland ca. 70% der Weinproduktion auf nur 7 Rebsorten. Dafür gibt es Gründe – aber auch für die Frage: sind wir damit zu weit gegangen?? Gibt es Gründe, sich den „vergessenen“ Rebsorten wieder zu widmen?? Wenn ja, welche und wie ??

Diese Fragen möchte ich mit Ihnen am 15.2.2018 in einer dem Collegium Vini angemessenen Form erörtern. Mit dabei sein werden Baron Knyphausen (Erbach/Rheingau), ein Pionier des gemischten Satzes und des roten Rieslings, und Hubert Konrad vom Institut für Rebenzüchtung der Hochschule Geisenheim, der exklusiv für das Collegium einige der besonders „vergessenen“ Rebsorten mitbringt. Die anderen Weine sind von den ca. 120 Winzern in Deutschland ausgewählt, die noch solche „vergessenen“ Rebsorten anbauen.

Der Kostenbeitrag pro Veranstaltung beträgt für Collegiatinnen und Collegiaten 45 €. Gäste – die stets willkommen sind – bezahlen einen Kostenbeitrag von 60 €. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht. Bitte melden Sie sich per Mail an Gerda.Machau@t-online.de verbindlich an und überweisen Sie den entsprechenden Betrag.

Ich freue mich sehr auf die Diskussion mit Ihnen!

Mit freundlichem Gruß

gez. Ulrich Steger

P.S. Nähere Informationen zum Thema historische Rebsorten finden Sie auf der Webseite unseres Vereins zur Förderung des Historischen Weinbaus im Rheingau

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Veranstaltungsprogramm 2018

Veranstaltung Termin
Ort
Beitrag
„Historische Rebsorten“ 15.02.2018
um 18:30 Uhr
im Steigenberger Hotel Bad Homburg v.d.H.
45 € bzw. 60 € für Gäste
Jahresmitgliederversammlung und Festliche Weinprobe „Mediterrane Weine: Juwelen der europäischen Weinkultur“ 18.04.2018
um 18:00 /19:00 Uhr
im Steigenberger Hotel Bad Homburg v.d.H.
45 € bzw. 60 € für Gäste
Tagesfahrt in die Nordpfalz 26.05.2018
Nordpfalz
Wird bei Einladung vorgegeben
Tagesfahrt an die Ahr 25.08.2018
Ahr
Wird bei Einladung vorgegeben
Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2017 25.10.2018
um 18:30 Uhr
im Steigenberger Hotel Bad Homburg v.d.H.
45 € bzw. 60 € für Gäste
Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2017 08.11.2018
um 18:30 Uhr
im Steigenberger Hotel Bad Homburg v.d.H.
45 € bzw. 60 € für Gäste
Mit allen Sinnen – Gastrosophischer Ausklang des Jahres 01.12.2018
Überraschung …
Wird bei Einladung vorgegeben
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Jahresbericht 2017 des Präsidenten

Frankfurt, im Januar 2018

Jahresbericht 2017 des Präsidenten

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten,

zum Ende des Reformationsjahres sei Martin Luther zitiert mit seiner Auslegung von Psalm 101:
„Es muß ein jeglich Land seinen eignen Teufel haben….unser deutscher Teufel wird ein guter Weinschlauch sein und muß Sauf heißen, daß er so dürstig und hellig ist, der mit so großem Saufen Weins und Biers nicht kann gekühlet werden. Und wird solch ewger Durst Deutschlands Plage bleiben bis an den jüngsten Tag…“
Mitnichten war aber Luther dem Wein abhold: „Der Wein ist gesegnet und hat das Zeugnis in der Schrift…“ . 1543 ließ ihm der Kurfürst von Sachsen ein Fass Süptitzer aus Gorrenberg nahe Wittenberg zukommen, dessen bescheidene Qualität er so entschuldigte: „.., so gut uns der almechtige denselben diß Jahr bescheret hat.“
Klimaerwärmung und Können der Winzer lassen heute auch im nördlichsten Anbaugebiet Saale-Unstrut – nahe Luthers Heimat – gute Weine entstehen, wie in allen deutschen Anbaugebieten. Gute Weine aufzuspüren, sie im Kreise von Weinfreunden mit Bedacht zu genießen und zu diskutieren, das bringt uns im Collegium Vini zusammen.
Jedes Jahr lenken wir dabei unseren Blick auch über die Grenzen hinaus. „Weniger bekanntes Weinland Spanien“ hieß unser erstes Thema im Jahr 2017. Schöne Entdeckungen waren Weißweine aus den Rebsorten Verdejo, Godello und Albarino. Diese Gewächse aus Rueda und den Rias Baixas zeichnete Spannung und Harmonie von Säure, Gerbstoff, Mineralik und Frucht aus, sicher auch das Ergebnis maßvoller Alkoholwerte (Beispiele: Naiades 2012, Zarate Palomar 2014). Kraftpakete waren die Rotweine, gleichwohl mit gezügelter Kraft, gut ausbalanciert, mit gekonntem Holzeinsatz, Beeren-, Gewürz- und Röstnoten (Prometus 2013/ Castilla y Leon, Clos Mogador 2013/Priorat). Die Probe war eine beeindruckende Leistungsschau der Weinbaunation Spanien jenseits der berühmten Anbaugebiete Rioja und Ribera del Duero.

Die Festliche Weinprobe im April war den Weinen der Wachau (einschließlich Krems- und Kamptal) gewidmet. Auftakt waren ein eleganter Weiß- und Grauburgunder (Jamek, Bründlmayer). Leichte „Federspiele“ zeigten sich rassig und facettenreich (2015er Grüner Veltliner Ried Schön von Högl, 2015er Riesling Ried Steinriegl von Prager). Chardonnay- Smaragdweine von Knoll und Hirtzberger präsentierten sich großartig. Die Grünen Veltliner- Smaragde derselben Erzeuger überzeugten mit Komplexität, Fülle und Eleganz. An sie kamen nach meinem Eindruck die Riesling-Smaragde (Bründlmayer, F.X. Pichler) nicht ganz heran. Hohen Genuss boten die Rotweine aus Zweigelt und Pinot Noir (u.a. Jurtschitsch, Nigl). Schlussakkorde waren zwei edelsüße Weine: 2015 Gelber Muskateller BA von Türk, 2013 Riesling BA von Josef Fischer. Eine beeindruckende Präsentation des Gebiets, die vielleicht den Collegiaten Lust auf eine Reise an die Donau macht.

Eine Studienfahrt im Mai zeigte uns die Mosel von ihrer schönsten Seite. Das Programm eröffnete Stefan Justen vom Weingut Meulenhof mit einem kurzen weinhistorischen Kolleg in der Römerkelter in Erden. Dabei verkosteten wir unter anderem sein hochfeines 2013er Erdener Treppchen, das zum Bremer Senatswein geadelt wurde. Zweite Station war das Weingut Markus Molitor in Bernkastel-Wehlen. Es ist eine an der Mosel einzigartige Erfolgsgeschichte: 1984 mit nichts angefangen, hat es heute 100 ha Rebflächen, darunter 20 ha Große Gewächs- Lagen. Das in den Weinführern hoch dekorierte Gut stellte uns 12 Weine vor. Sie fanden bei den Collegiaten unterschiedlichen Anklang. Favoriten waren eine 2011er Wehlener Sonnenuhr Spätlese und zwei Auslesen aus dem Graacher Himmelreich (2015, 2007). Zum Abendessen im Restaurant Graacher Tor in Bernkastel stellte Dr. Thees Rieslinge aus dem Weingut Dr. Hermann aus Erden vor. Jeder einzelne davon konnte uns Riesling-Liebhaber begeistern. Eine solch schwebende Leichtigkeit, ein solch tänzerisches Spiel von Schiefer-Mineralik, Frucht, Süße und Säure ist einzigartig und bezaubert auch die Trocken-Trinker im Collegium.

Eine weitere Studienfahrt ging im August nach Franken. Kultureller Programmpunkt war eine Führung durch die Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Wir besuchten dann zwei VDP- Weingüter, deren Weinstile die Persönlichkeiten ihrer Winzer widerspiegeln. Rudolf May in Retzstadt, nördlich von Würzburg in einem Seitental des Mains gelegen, hat sein Weingut erst 1999 gegründet und mit beharrlichem Qualitätsstreben in die Gebietsspitze geführt. „Nichts für Anfänger“ auf seine Broschüre zu schreiben, ist schon mutig, trifft aber den Punkt. Ein asketischer, ernsthafter (aber freundlicher) Mann, der puristische, voll durchgegorene, nicht auf Primärfrucht getrimmte Silvaner, Weißburgunder und Spätburgunder keltert, die ihre Lagen- und Rebsortencharakteristik perfekt herausarbeiten. Die gesamte Palette der verprobten Weine überzeugte, vom 2016er Silvaner Ortswein bis hinauf zur unfassbar guten 2015er Silvaner TBA.
Ein ganz anderer Typ Mensch ist Werner Glaser vom Weingut Glaser-Himmelstoß in Dettelbach, ein heiterer Kommunikator und Gastgeber. Sein Motto lautet: „ im Muschelkalk verwurzelt“, seine Stilistik zielt auf die Verbindung von Frucht und Mineralität. Gut gelingt ihm dies bei den trockenen Silvanern und Weiß-/Grauburgundern, die zugänglich sind und schöne Frucht zeigen. Jedes Jahr zur Gebietsspitze gehören seine edelsüßen Weine (2013er Dettelbacher Berg Rondell Müller Thurgau BA, 2016er Nordheimer Vögelein Silvaner Eiswein). Und er und seine Tochter Julia haben Mut zu Innovationen: 2015er Orange-Weine (lange auf der Maische vergoren wie Rotweine) aus Silvaner und Grauburgunder, mit ihren Würz- und Kräuternoten sehr interessante Essensbegleiter. Im Restaurant Himmelstoß des Weinguts klang unter Weinlauben der Tag mit einem Menü aus der fränkischen Regionalküche aus.

Die erste Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2016 mit den Weinbaugebieten Ahr, Saale-Unstrut, Franken, Rheinhessen und Mosel fand am 27. Oktober statt. Auch in diesem Jahr war der „Evergreen“ unserer Veranstaltungen, mit dem wir einen aktuellen Überblick über die Weine des vergangenen Jahres bieten wollen, sehr gut besucht. Unsere Einladung, mit der wir eine qualitativ herausragende gute Probe ankündigten, wenn auch der 2016er gemeinhin eher als problematischer Jahrgang gesehen wird, war nicht übertrieben: Herr Dr. Thees konnte uns durch eine spannende Palette durchweg aromatisch reifer, reintöniger und schon sehr harmonischer Weine führen, die die Gebietsbeauftragten für uns ausgesucht hatten.
Besonders ragten dabei heraus die zwei wunderbar harmonischen, feinen Spätburgunder von den Ahr-Weingütern Deutzerhof und Julia Bertram und die beeindruckend klaren und geschliffenen Silvaner von den Weingütern Rainer Sauer und Rudolf May aus Franken. Aber auch die Mosel spielte in dieser 2016er-Probe ihre Stärken aus – nach den feingliedrigen, rassigen Kabinetten von den Weingütern Fritz Haag und Karthäuserhof bildeten die klassisch-elegante Spätlese aus dem Ürziger Würzgarten in der Kranklei (Weingut Dr. Hermann) und die opulente, tiefgründige Auslese aus dem Graacher Domprobst vom Weingut Blesius den krönenden Abschluss.
Auch das Essen vom neuen Küchenchef des Steigenberger Hotels in Bad Homburg, Herrn Kimmel, war zu loben – für viele Teilnehmer war es wohl das erste Mal, dass sie zur Ente einen Riesling („QbA Alte Reben“ vom Weingut Carl Löwen) und nicht einen Rotwein getrunken haben. Die Ente war ganz wunderbar und hat vorzüglich mit dem Wein harmoniert, was den Collegiatinnen und Collegiaten einen kräftigen Applaus wert war. Dass das so gut schmeckte, war eine lehrreiche Erfahrung, ganz im Sinne unseres Vereins.
Sehr erfreulich war auch, dass in dieser Probe neben einigen uns wohlbekannten etablierten Spitzenwinzern auch wieder junge Winzer zum Zug kamen, so wie die Brüder Knewitz vom Weingut Knewitz aus Appenheim/Rheinhessen und Florian Blesius vom Weingut Klaus Blesius aus Graach/Mosel.
Bei der zum Jahresschluss gebotenen Nachbetrachtung ist zu erwähnen, dass drei der sieben von unserem neuen Mosel-Gebietsbeauftragten Herrn Thiel vorgestellten Winzer – wohlgemerkt nach unserer Probe – für ihre 2016er Weine besondere Auszeichnungen erhalten haben: Fritz Haag wurde bei Eichelmann mit der „Kollektion des Jahres“ ausgezeichnet, Carl Löwen wurde von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zum „Winzer des Jahres“ gekürt und Florian Blesius erhielt vom wein.com magazin die Auszeichnung als „Bestes Riesling-Sortiment -Jungwinzer des Jahres 2017“. Schön, dass wir vorher schon mal deren Weine probieren konnten!
Auch die zweite Vorstellungsprobe war wieder zahlreich besucht, nachdem schon die 1. Probe hatte zeigen können, wo die Qualitäten dieses Jahrgangs liegen. Herr Dietzel hatte im letzten Jahr leider angekündigt, die Probenleitung abgeben zu wollen, und so führte Herr Sachs erstmals durch die Weine aus Baden, Hessischer Bergstraße, Mittelrhein, Pfalz, Rheingau, Sachsen und Württemberg.
An dem Abend zeigten sich einige sehr interessante und überraschende Kombinationen, wie zum Beispiel zwei kräftige, schmelzige Chardonnays aus den weit voneinander entfernten Regionen Baden (Weingut Engelhof) und Sachsen (Weinmanufaktur Am Mariaberg). Unter den Rotweinen tat sich besonders eine überzeugende Reihe von Spätburgundern der Weingüter Knap (Baden), Jülg und Bernhard Koch (beide Pfalz) hervor, die das ganze Spektrum von fein über aromatisch nach kräftig sehr schön abbilden konnte. Das gelungene Finale bildeten schließlich drei Riesling Spätlesen. Dabei begeisterten zwei große Rheingauer Lagen mit dem eleganten Erbacher Marcobrunn (Langwerth von Simmern) und der kraftvoll-spannenden Hochheimer Hölle (Domdechant Werner), wobei die dritte Spätlese vom Mittelrhein, einem Bopparder Hamm Engelstein (Matthias Müller), sich nicht zu verstecken brauchte.
Zwischenzeitlich wurde niveauvoll und mit Leidenschaft über die Entwicklung des Preisniveaus namhafter Weingüter und Lagen diskutiert. Einig waren sich aber alle, dass das herausragende Tellergericht bei der ersten Vorstellungsprobe kein Zufall war. Auch an diesem zweiten Abend haben uns Herr Kimmel und sein Team außergewöhnlich gut gekochte Speisen serviert.
An dieser Stelle danke ich den beiden Koordinatoren der Vorstellungsproben, Simon Sachs und Dr. Thomas Thees, für die vorstehenden Berichte!
Unser gastrosophischer Jahresausklang fand diesmal in einem der traditionsreichsten italienischen Restaurants in Frankfurt statt, dem Brighella an der Eschersheimer Landstraße. Restaurantleiter Mario Borazio und Chefkoch Leo Caporale stehen seit rund dreißig Jahren für gehobene italienische Ess- und Weinkultur in Frankfurt und haben sich auch als Schauspieler, Sänger und Steptänzer profiliert. Figuren der Commedia dell`Arte schmücken die Wände. Das fünfgängige Menü wurde von zwei Weinen je Gang, jeweils einer aus Nord- und Süditalien, begleitet. Darunter waren mutige, aber stimmige Kombinationen wie der Schreckbichl Gewürztraminer zum Steinbutt. Ein großer Wein ist der 2009 Inferi Montepulciano d´Abruzzo aus der Methusalem-Flasche, perfekt zu den vorzüglichen Kalbsbäckchen. Erfreulich zahlreiche Collegiaten und Gäste genossen einen stimmungsvollen italienischen Genussabend.

Viele kreative Gestalter haben das gelungene Veranstaltungsjahr ermöglicht, Gebietsbeauftragte, Organisatoren von Proben und meine Kollegen im Vorstand. Allen gilt mein herzlicher Dank, ebenso unserer unermüdlichen „Klub-Managerin“ Frau Machau, ohne deren Arbeit ich mir den Bestand unserer Gesellschaft kaum vorstellen kann.
Schon wieder ist ein Jahr vorbei! Freuen wir uns auf ein attraktives Programm des Collegium Vini für das Jahr 2018.
Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen Gesundheit, Wohlergehen und viele schöne Weinerlebnisse.

Das letzte Wort hat wiederum Luther: „Sirach spricht, der Wein sei geschaffen, daß der Mensch fröhlich davon werde und das Leben stärke…“ ( Auslegung von Psalm 101).

Mit herzlichen Grüßen

Ihr
Dr. Klaus Schubäus
Präsident

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Die Weine des Gastrosophischen Jahresausklangs im Ristorante Brighella

Mario Borazio dekantiert die Imperial Inferi 2009 beim Gastrosophischen Jahresausklang des Collegium Vini im Brighella

Mario Borazio dekantiert die Imperial Inferi 2009 beim Gastrosophischen Jahresausklang des Collegium Vini im Brighella (Foto: Dr. Ulrich Wanner-Laufer)

Das Collegium Vini hatte einen äußerst vergnüglichen Abend im Ristorante Brighella, mit kompetenten Gesprächen über Wein, vor allen Dingen aber einem hervorragenden und punktgenauen 5-Gänge-Menü „Colori e Sapori d’Italia“ des Küchenchefs Leo Caporale und seines Teams. Jedem Gang war die besondere Herausforderung je eines Weines aus Nord- bzw. Süditalien gegenübergestellt, charmant und flott serviert von Mario Borazio und seinem Team.
Ich wurde gefragt, welcher der Weine denn besonders im Gedächtnis geblieben sei. Eine besonderer Genuss für Auge und Gaumen war der Inferi Montepulciano D’Abruzzo 2009 aus der 6l-Imperial, wobei ich ja schon länger Fan des Inferi bin. Der Name Inferi leitet sich übrigens aus Dantes Inferno ab, wie man auf dem reliefartigen Etikett, das in der Hölle büßende arme Gestalten zeigt, erkennen kann. Fasziniert war ich auch von Anselmis I Capitelli von 1998 (19 Jahre alt!) in der 3l-Jeroboam. Durchaus berechtigte Befürchtungen, dass der Wein inzwischen zu Likör geworden sein könnte, traten nicht ein. Im Gegenteil erwies sich der Wein als besonders erinnernswert. Wird mir allerdings wahrscheinlich nicht viel nützen, denn das wird sich nicht leicht wiederholen lassen. Wie überhaupt jede Veranstaltung des Collegium Vini einzigartig ist, weil – am Ende sind die Weine ja immer weg.

*****
DalDin Valdobbiadene Prosecco Brut 2016  >>>
Weingut DalDin, Valdobbiadene, Venetien  >>>
Alk.: 11 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Glera
*****
Catarratto 2016  >>>
Weingut Azienda agricola Ferreri & Bianco, Santa Ninfa, Sizilien/b>  >>>
Alk.: 13 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Catarratto
Pinot Grigio 2015  >>>
Weingut Schreckbichl, Girlan, Südtirol  >>>
Alk.: 13,5 Vol% RZ: g/l Säure: 5,6 g/l €/ l
100% Pinot Grigio
*****
Rosa dei Frati 2016  >>>
Weingut Ca dei Frati, Lugana di Sirmione, Lombardei  >>>
Alk.: 12,5 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
30% Gropello, 30% Marzemino, 30% Sangiovese, 10% Barbera
Rosato 2016  >>>
Weingut Castello di Ama, Gaiole in Chianti, Toskana  >>>
Alk.: 14 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Sangiovese
*****
Schreckbichl Gewürztraminer DOC trocken 2015  >>>
Weingut Schreckbichl, Girlan, Südtirol  >>>
Alk.: 15 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Gewürztraminer
Lahn Sauvignon 2016  >>>
Weingut St.Michael-Eppan, Eppan, Südtirol  >>>
Alk.: 14 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Sauvignon blanc
*****
Inferi Montepulciano D’Abruzzo 2009 (Imperial/ Methusalem) >>>
Weingut Azienda Marramiero, Rosciano, Abruzzen  >>>
Alk.: 14 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Montepulciano
Bricco Manzoni 2016  >>>
Weingut Podere Rocche dei Manzoni di Valentino, Monforte D’alba, Piemont  >>>
Alk.: 14 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
80% Nebbiolo, 20% Barbera
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Passito di Zibibbo 2014  >>>
Weingut Azienda agricola Ferreri & Bianco, Santa Ninfa, Sizilien  >>>
Alk.: 13,5 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Zibibbo
I Capitelli 1998 (Doppelmagnum/ Jeroboam)  >>>
Weingut Azienda Agricola Anselmi, Monteforte d’Alpone, Venetien  >>>
Alk.: 12,5 Vol% RZ: g/l Säure: g/l €/ l
100% Garganega
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Wasser zu Wein …

Wir müssen jetzt ganz stark sein: nach dem Schraubverschluss anstelle Naturkorken kommt der nächste Hammer auf uns zu.
Knapp 2000 Jahre nachdem das erste Mal jemand Wasser zu Wein machte, tritt nun ein – wie könnte es anders sein – kalifornisches Startup an, das nachzumachen. Ava Winery verzichtet gleich ganz auf Trauben und Fermentierung und setzt die Weine binnen einer Viertelstunde molekülweise zusammen. Das erste Produkt kann vorbestellt werden: ein 1992er Dom Pérignon Champagner für $50, ca. ein Drittel des Originalpreises.

Meine Geschäftsidee dazu: einen Heimapparat, sozusagen den Thermomix für Weine, bei dem ich den gewünschten Wein eintippe und er wird gleich für mich gemischt, geschüttelt, nicht gerührt, und ist in der genau passenden und ausreichenden Menge verfügbar ..
Ob allerdings die Komplexität eines natürlichen Weins auf diese Weise wirklich nachgebaut werden kann, möchte ich bezweifeln. Und ein weiteres wesentliches Element wird fehlen: der Zufall, die Natur und die Überraschung und Spannung beim Öffnen der Flasche. Und ohne dieses Überraschungselement gibt es keine Diskussion – und genau das macht doch den Wein und seine Kultur wirklich aus. In diesem Sinne freue ich mich besonders auf unseren gastrosophischen Jahresausklang.

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Gastrosophischer Jahresausklang 2017

Einladung
Gastrosophischer Jahresausklang des Collegium Vini
am Samstag, 2. Dezember 2017

Liebe Collegiatinnen, liebe Collegiaten,

wir haben ja bereits bei der ersten Jahrgangsprobe ein bisschen angedeutet, was wir als gastrosophischen Jahresausklang für Sie geplant haben. Anstatt in eine Busfahrt zu investieren, wollen wir Ihr Budget komplett in den Genuss einer kulinarischen Weinreise durch Italien umschichten. Startpunkt unserer Reise ist das Ristorante Brighella in Frankfurt-Eschersheim, der Wohlfühl-Italiener Frankfurts schlechthin. Sie haben eventuell gerade erst in der FAZ über dieses Ristorante gelesen.

Um Ihnen einen kleinen Einblick in die Freuden eines Vorstandsmitglieds des Collegium Vini zu geben: Dr. Wanner-Laufer und ich waren kürzlich dort und haben uns mit den beiden Inhabern, Mario Borazio und dem Chefkoch Leo Caporale, in ihren Probierraum zurückgezogen und mehrere Stunden das Menü in fünf Gängen mit jeweils zwei korrespondierenden Weinen (einer aus Nord-, der andere aus Süditalien) „geplant“. Mit anderen Worten: wir sind die Strecke der Weinreise schon mal zum größten Teil testweise abgefahren …. Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Freude es nicht nur Dr. Wanner-Laufer und mir, sondern auch den beiden Inhabern des Brighella bereitete, uns vorzustellen, welchen Genuss wir Ihnen mit unserer Planung bereiten möchten.

Wir möchten nicht gleich alles verraten, aber hier einige Schlagworte: Sizilien, Veneto, Basilicata, Piemont, Abruzzen, Gardasee, Ferreri, Cantine del Notaio, Rocche di Manzoni, Gambas, Trüffel, Pasta, Steinbutt, Tortino, Grappaeis – und für Vegetarier ein rein pflanzliches Ossobuco …. und vieles mehr.

Möglicherweise werden wir die Hilfe einiger kräftiger Freiwilliger benötigen: Wir werden eine Imperial oder Methusalem, eine 6-Liter-Flasche, zu dekantieren und natürlich zu trinken haben.
Die Weine und Speisen werden moderiert von Mario Borazio – übrigens ein Profi-Schauspieler der Commedia dell‘arte.

Zu den Fakten:
Termin: 2.12.2017, Beginn 18 Uhr
Ort: Ristorante Brighella – Tel 069 – 53 39 92
Eschersheimer Landstraße 442/Ecke Langheckenweg, 60433 Frankfurt am Main
U-Bahn-Haltestelle Lindenbaum (U1,U2,U3,U8) direkt vor der Tür

Das Genuss-Budget beträgt 145,- € pro Person, zu überweisen auf das Konto des Collegium Vini. Anmeldung bei Frau Machau zwingend erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist strikt limitiert, da wir uns den kulinarischen Genuss auf keinen Fall durch physikalische Rahmenbedingungen einengen lassen wollen. Bitte reservieren Sie also sobald als möglich bei Frau Machau.

Wir freuen uns auf Sie und können lebhafte Diskussionen und überraschende Genuss-Erlebnisse garantieren!

Klaus Rössler      Dr. Ulrich Wanner-Laufer

P.S. Das Brighella hat auch einige Hotelzimmer zur Verfügung, falls jemand nicht mehr nach Hause fahren möchte.

 

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Zweite Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2016

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten, liebe Gäste,

im Folgenden finden Sie die Liste der Weine zu unserer Verkostung am 8. November 2017 im Steigenberger Hotel, Bad Homburg v. d. H. – Weinbaugebiete Baden, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Pfalz, Rheingau, Sachsen, Württemberg. Der Kostenbeitrag pro Veranstaltung beträgt für Collegiatinnen und Collegiaten 40 €. Gäste – die stets willkommen sind – bezahlen einen Kostenbeitrag von 50 €. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht.
Bitte melden Sie sich bei Frau Machau mit diesem Formular verbindlich an und überweisen Sie den entsprechenden Betrag.

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Heppenheimer Steinkopf 2016  >>>
Bergsträsser Winzer eG, Hessische Bergstraße  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,3 €/ 0,75 l 
Rosa Chardonnay trocken
       
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Scheurebe trocken 2016  >>>
Weingut Weegmüller, Neustadt – Haardt, Pfalz  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  8,5 €/ 0,75 l 
Scheurebe trocken
       
Sauvignon Blanc trocken 2016  >>>
Weingut Jürgen Ellwanger, Württemberg  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13 €/ 0,75 l 
Sauvignon Blanc trocken
       
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Oberrotweiler Eichberg 2016  >>>
Weingut Freiherr von Gleichenstein, Vogtsburg – Oberrotweil, Baden  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  16 €/ 0,75 l 
Weisser Burgunder trocken
       
„Tu le mérites“ 2016  >>>
Weinbau Frédéric Fourré, Dresden, Sachsen  >>>
Alk.: 12 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  19,5 €/ 0,75 l 
Grauburgunder, Spätburgunder, Scheurebe, Riesling
       
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Hochheimer Domdechaney VDP.ERSTE LAGE 2016  >>>
Domchant Werner’sches Weingut, Hochheim, Rheingau  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17,5 €/ 0,75 l 
Riesling QbA trocken
       
Kallstadter Saumagen VDP.GROSSES GEWÄCHS 2016  >>>
Weingut Phillip Kuhn, Laumersheim, Pfalz  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  30 €/ 0,75 l 
Riesling QbA trocken
       
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Chardonnay trocken 2016  >>>
Weinmanufaktur Am Mariaberg – Martin Schwarz, Meißen, Sachsen  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  26 €/ 0,75 l 
Chardonnay trocken
       
Kalkofen 2016  >>>
Engelhof Wein- und Sektgut Gebrüder Netzhammer GdbR, Hohentengen am Hochrhein, Baden  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  14 €/ 0,75 l 
Chardonnay trocken
       
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Spätburgunder trocken 2014  >>>
Weingut Gabel, Herxheim am Berg, Pfalz  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9 €/ 0,75 l 
Spätburgunder trocken
       
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Auerbacher Fürstenlager 2016  >>>
Weinkellerei Rothweiler, Bensheim, Hessische Bergstraße  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  10,4 €/ 0,75 l 
Sankt Laurent trocken
       
Endinger Engelsberg   >>>
Weingut Knap, Endingen, Baden  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ l 
Spätburgunder trocken
       
Endinger Engelsberg 2014  >>>
Weingut Knap, Endingen, Baden  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
Spätburgunder trocken
       
Spätburgunder „Réserve“ trocken 2015  >>>
Weingut Jülg, Schweigen-Rechtenbach, Pfalz  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  16 €/ 0,75 l 
Spätburgunder trocken
       
Pinot Noir „Réserve“ trocken 2014  >>>
Weingut Bernhard Koch, Hainfeld, Pfalz  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  24 €/ 0,75 l 
Pinot Noir trocken
       
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Reicholzheimer First 2015  >>>
Weingut Schlör, Wertheim-Reicholzheim, Baden  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  23 €/ 0,75 l 
Schwarzriesling „R“ trocken
       
HADES 2014  >>>
Weingut Jürgen Ellwanger, Württemberg  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  25 €/ 0,75 l 
Zweigelt QbA trocken
       
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Schloss Johannisberg Riesling Rotlack Kabinett feinherb 2016  >>>
Schloss Johannisberg, Geisenheim Johannisberg, Rheingau  >>>
Alk.: 11 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  22 €/ 0,75 l 
Riesling feinherb
       
Oberdiebacher Fürstenberg 2016  >>>
Weingut Dr. Kauer, Bacharach, Mittelrhein  >>>
Alk.: 9,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9 €/ 0,75 l 
Riesling Kabinett
       
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Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese Blaukapsel 2016  >>>
Langwerth von Simmern, Eltville, Rheingau  >>>
Alk.: 10 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  20 €/ 0,75 l 
Riesling Spätlese
       
Hochheimer Hölle 2016  >>>
Domdechant Werner’sches Weingut, Hochheim, Rheingau  >>>
Alk.: 9,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  15 €/ 0,75 l 
Riesling Spätlese
       
Bopparder Hamm Engelstein 2016  >>>
Weingut Matthias Müller, Spay, Mittelrhein  >>>
Alk.: 8 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  10 €/ 0,75 l 
Riesling Spätlese
       
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Erste Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2016

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten, liebe Gäste,

im Folgenden finden Sie die Liste der Weine zu unserer Verkostung am 26. Oktober 2017 im Steigenberger Hotel, Bad Homburg v. d. H. – Weinbaugebiete Ahr, Franken, Nahe, Mosel, Rheinhessen, Saale-Unstrut. Der Kostenbeitrag pro Veranstaltung beträgt für Collegiatinnen und Collegiaten 40 €. Gäste – die stets willkommen sind – bezahlen einen Kostenbeitrag von 50 €. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht.
Bitte melden Sie sich bei Frau Machau mit diesem Formular verbindlich an und überweisen Sie den entsprechenden Betrag.

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Am Turm 2015  >>>
Weingut St. Anthony, Nierstein, Rheinhessen  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,6 €/ 0,75 l 
Blaufränkisch
       
Kaatschener Dachsberg 2015  >>>
Winzerhof Gussek, Naumburg, Saale-Unstrut  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  22 €/ 0,75 l 
Spätburgunder Barrique
       
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Caspar C. 2015  >>>
Weingut Deutzerhof, Mayschoss, Ahr  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  21,3 €/ 0,75 l 
Spätburgunder trocken
       
Mayschosser Mönchberg 2014  >>>
Weingut Julia Bertram, Dernau, Ahr  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  132,5 €/ 3 l 
Spätburgunder trocken
       
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Escherndorf VDP.ORTSWEIN 2016  >>>
Weingut Rainer Sauer, Escherndorf, Franken  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  8,5 €/ 0,75 l 
Silvaner trocken
       
Silvaner 2016  >>>
Weingut Wittmann, Westhofen, Rheinhessen  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  8,7 €/ 0,75 l 
Silvaner trocken
       
Der Schäfer VDP.ERSTE LAGE 2016  >>>
Weingut Rudolf May, Retzstadt, Franken  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  19 €/ 0,75 l 
Silvaner trocken
       
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Nordheim Blanc de Noir VDP.ORTSWEIN 2016  >>>
Weingut Glaser- Himmelstoß, Nordheim, Franken  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  11,5 €/ 0,75 l 
Spätburgunder trocken
       
Bockenauer Weisser Burgunder ‚S‘ 2016  >>>
Weingut Schäfer-Fröhlich, Bockenau, Nahe  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  15,5 €/ 0,75 l 
Weisser Burgunder trocken
       
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Nieder-Hilbersheimer Eisenerz 2016  >>>
Weingut Knewitz, Appenheim, Rheinhessen  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
Riesling
       
Höllenpfad 2016  >>>
Hermann Dönnhoff, Oberhausen, Nahe  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  19,95 €/ 0,75 l 
Riesling trocken
       
Gau- Allgesheimer Goldberg 2016  >>>
Weingut Knewitz, Appenheim, Rheinhessen  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  19 €/ 0,75 l 
Riesling trocken
       
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Alte Reben Gutsabfüllung 2016  >>>
Weingut Carl Löwen, Leiwen, Mosel  >>>
Alk.: 12 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,9 €/ 0,75 l 
Riesling
       
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Iphöfer Julius- Echter- Berg Alte Reben VDP.ERSTE LAGE 2016  >>>
Weingut Johann Ruck, Iphofen, Franken  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  15 €/ 0,75 l 
Scheurebe
       
Kaatschener Dachsberg 2016  >>>
Thüringer Weingut Zahn, Großheringen-Kaatschen, Saale-Unstrut  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
Muscaris Spätlese trocken
       
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Saarburger QbA 2016  >>>
Weingut Zilliken, Saarburg, Mosel  >>>
Alk.: 10,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13 €/ 0,75 l 
Riesling feinherb
       
Winninger Brückstück 2016  >>>
Weingut Freiherr von Heddesdorff, Winningen, Mosel  >>>
Alk.: 11,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
Riesling feinherb
       
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Eitelsbacher Karthäuserhofberg Kabinett 2016  >>>
Weingut Karthäuserhof KG, Eitelsbach, Mosel  >>>
Alk.: 8,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
Riesling
       
Brauneberger Kabinett 2016  >>>
Weingut Fritz Haag, Brauneberg, Mosel  >>>
Alk.: 8 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
Riesling
       
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Ürziger Würzgarten „In der Kranklei“ Alte Reben Goldkapsel 2016  >>>
Weingut Dr. Hermann, Erden, Mosel  >>>
Alk.: 7,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17 €/ 0,75 l 
Riesling Spätlese
       
Graacher Domprobst 2016  >>>
Weingut Blesius, Graach, Mosel  >>>
Alk.: 7,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  18,5 €/ 0,75 l 
Riesling Auslese
       
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