Wasser zu Wein …

Wir müssen jetzt ganz stark sein: nach dem Schraubverschluss anstelle Naturkorken kommt der nächste Hammer auf uns zu.
Knapp 2000 Jahre nachdem das erste Mal jemand Wasser zu Wein machte, tritt nun ein – wie könnte es anders sein – kalifornisches Startup an, das nachzumachen. Ava Winery verzichtet gleich ganz auf Trauben und Fermentierung und setzt die Weine binnen einer Viertelstunde molekülweise zusammen. Das erste Produkt kann vorbestellt werden: ein 1992er Dom Pérignon Champagner für $50, ca. ein Drittel des Originalpreises.

Meine Geschäftsidee dazu: einen Heimapparat, sozusagen den Thermomix für Weine, bei dem ich den gewünschten Wein eintippe und er wird gleich für mich gemischt, geschüttelt, nicht gerührt, und ist in der genau passenden und ausreichenden Menge verfügbar ..
Ob allerdings die Komplexität eines natürlichen Weins auf diese Weise wirklich nachgebaut werden kann, möchte ich bezweifeln. Und ein weiteres wesentliches Element wird fehlen: der Zufall, die Natur und die Überraschung und Spannung beim Öffnen der Flasche. Und ohne dieses Überraschungselement gibt es keine Diskussion – und genau das macht doch den Wein und seine Kultur wirklich aus. In diesem Sinne freue ich mich besonders auf unseren gastrosophischen Jahresausklang.

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