Die Loreley als Briefmarke
Briefmarke Loreley - (c) Bundesfinanzministerium

Die Loreley als Briefmarke

Heute hat das Bundesfinanzministerium eine neue Briefmarkenserie begonnen: Sagenhaftes Deutschland. Erstes Motiv der Serie ist die Loreley. Das Collegium Vini war also wiederum der Zeit voraus, waren wir doch gerade erst dort und haben manch wunderbare Weine verkostet, diese allerdings aus dem Priorat und nicht aus dem Rheingau. Ob sich die Loreley uns deswegen nicht gezeigt hat? Oder habe ich etwas übersehen? Vielleicht ist Wein ja auch als Gegenmittel zum Zauber der Loreley einzustufen? Die Seeleute des Odysseus musste sich noch Wachs in die Ohren drücken, Odysseus selbst ließ sich an den Mast binden, um gegen die Verlockungen der Sirenen gewappnet zu sein. Dann doch lieber Wein.

Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu:

Zu Bacharach am Rheine wohnt eine Zauberin, sie war so schön und feine und riss viel Herzen hin. Und brachte viel zu schanden der Männer rings umher, aus ihren Liebesbanden war keine Rettung mehr.

Mit diesen Versen hebt sie an, die berühmte, vom romantischen Dichter Clemens Brentano (1778–1842) im Jahr 1800 verfasste Sage von der Loreley, jener wunderschönen Frau, die auf dem gleichnamigen, zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal gehörenden Schieferfelsen in der Nähe der rheinland-pfälzischen Stadt Sankt Goarshausen leben soll. Heinrich Heine (1797–1856) hat der Sage in seinem wohl populärsten Gedicht, Die Lore-Ley bzw. Lied von der Loreley, später noch jene Aspekte hinzugefügt, die wir heute mit der Geschichte von der unglücklich Verliebten und ihrem verhängnisvollen Gesang verbinden.

Die Loreley-Sage gehört zum deutschen Kulturgut und wird immer wieder in Romanen und Liedern bearbeitet, adaptiert und auch parodiert. Die nun erscheinende Briefmarke „Die Loreley“ bildet den Auftakt zur neuen Sonderpostwertzeichen-Serie „Sagenhaftes Deutschland“.

Quelle: Bundesfinanzministerium

Dass die Loreley den Schiffern auf dem Rhein die Sinne raubt, hat übrigens durchaus einen wahren Kern. Die Enge und die Biegungen des Rheintals an dieser Stelle führen zu einer sehr hohen Fließgeschwindigkeit des Rheins. Wie gefährlich das auch heute noch ist, zeigt das Kentern des Tankschiffes Waldhof im Januar 2011. Zwei Schiffer fanden hier den Tod.

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