„Warum habe ich genau diesen Wein heute mitgebracht?“ Diese einfache Frage stand im Mittelpunkt unseres Sommerabends und machte den Abend zu weit mehr als einer Weinprobe. Statt einer klassischen Verkostung mit vorgegebener Reihenfolge oder Bewertungen brachten einige Teilnehmer zwei Flaschen eines Weins mit, den sie mit den anderen teilen wollten. Nicht Punkte oder Prestige standen im Mittelpunkt, sondern die persönliche Geschichte hinter der Auswahl.
Den Auftakt bildete ein Txakoli-Rosé aus dem spanischen Baskenland. Frisch, lebendig und sommerlich, ein Wein, der genau die richtige Stimmung für einen warmen Juniabend schuf und bei allen hervorragend ankam. Ich habe mir gleich nochmal welche bestellt, kann man bei diesem Wetter gut gebrauchen.
Anschließend führten vier Themen durch den Abend. Unter Überschriften wie „Sommer & Spannung“, „Überraschung & Leicht unterschätzt“, „BBQ & Rauch“ sowie „Reif & ruhig“ stellte jeder Spender seinen Wein vor, allerdings nicht mit technischen Daten oder Bewertungen. Stattdessen beantwortete jeder dieselbe Frage:
„Warum wollte ich genau diesen Wein heute mit euch teilen?“
Gerade diese persönlichen Beweggründe machten den Unterschied. Manche Weine waren Reiseerinnerungen, andere langjährige Entdeckungen oder einfach Flaschen, die hervorragend zu einem Sommerabend am Grill passten.
Zu den Überraschungen des Abends gehörten gleich mehrere Weine. Der Txakoli-Rosé erwies sich als idealer Auftakt, während auch der Sauvignon Blanc vom Weingut Metzger mit seiner Frische viele begeisterte. Ebenso sorgten ein trockener Lambrusco, ein Pinotage Rosé aus Südafrika und ein georgischer Saperavi für lebhafte Gespräche und zeigten einmal mehr, wie spannend Wein jenseits ausgetretener Pfade sein kann.
Den Abschluss sollte ein besonderer Wein bilden: ein Vosne-Romanée 1986 von Jean Grivot, eine Flasche, die seit vielen Jahren auf den richtigen Anlass gewartet hatte. Leider zeigte sich eine der beiden Flaschen nicht mehr in guter Verfassung. Solche Momente gehören jedoch zum Wein dazu. Gerade gereifte Weine erinnern daran, dass Wein ein lebendiges Kulturgut ist und jede Flasche ihre eigene Geschichte schreibt, manchmal auch eine unerwartete.
Nicht die Frage nach dem „besten Wein“ bestimmte den Abend, sondern die Freude daran, besondere Flaschen miteinander zu teilen und ihre Geschichten kennenzulernen.







Foto: Collegium Vini


Die Weine des Sommerfestes 2026
Sommer & Spannung
- Kellerei Terlan, Vorberg Pinot Bianco 2022, Burkhard Vieth
- Golden Cut 2024, Weingut Steindorfer, Wolfram Lohre
- Sauvignon Blanc 2024, Weingut Metzger, Edith & Georg Weiß
Überraschung & Leicht unterschätzt
- Pinotage Rosé 2025, De Krans, Dr. Klaus Schubäus
- Ermes Lambrusco Grasparossa, Dr. Peter Hilgard
- Sin Azufre, Bodega Chacra, Daniel Kusebauch
BBQ & Rauch
- Saperavi 2019, Martali Wine, Dr. Klaus Schubäus
- Cabernet Sauvignon Réserve Bender 2017, Edith & Georg Weiß
- Chianti Classico Vigna Doghessa 2018, Fattoria Nittardi, Heike Vieth
Reif & ruhig
- Château d’Agassac 2003, Helga & Fritz Praum
Das wollte ich schon immer mal öffnen
- Vosne-Romanée 1986, Jean Grivot, Klaus Rössler
