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	<title>VDP &#8211; Gesellschaft für Weinkultur e.V.</title>
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	<description>Das Collegium Vini versteht seit 1951 Weinkultur als soziale Praxis, nicht als Disziplin. Wein wird mit Genuss im Kontrast der Landschaften, Rebsorten und Jahrgänge nicht erklärt, sondern besprochen.</description>
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		<title>Große Gewächse – und nicht so große</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Rössler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2016 16:51:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In der heutigen (6.9.2016) FAZ ist ein lesenswerter Artikel der Brüder Fabian und Cornelius Lange mit diesem provokanten Titel erschienen. Wir haben zwar gerade erst die Rheingau-Tour überstanden, hier hatten wir Gelegenheit, bereits einige 2015er, darunter auch Erste Lagen aus dem VDP, zu verkosten &#8211; und dennoch hat mich der Artikel neugierig gemacht auf unsere [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen (6.9.2016) FAZ ist ein lesenswerter Artikel der Brüder Fabian und Cornelius Lange mit diesem provokanten Titel erschienen. Wir haben zwar gerade erst die Rheingau-Tour überstanden, hier hatten wir Gelegenheit, bereits einige 2015er, darunter auch Erste Lagen aus dem VDP, zu verkosten &#8211; und dennoch hat mich der Artikel neugierig gemacht auf unsere Jahrgangsproben am 26.10. und 10.11. Wenn man den Artikel liest, scheint die Planung und Vorbereitung der Jahrgangsproben diesmal eine größere Herausforderung für unsere Gebietsexperten zu sein. 2015 standen wohl die Winzer vor einem Dilemma, früher lesen oder noch warten.<br />
Vielleicht ist ja das eine oder andere Große Gewächs aus dem Artikel bei unserer Probe dabei (ZAUNPFAHL!). Den <a href="https://collegium-vini.de/2016/04/grosse-gewaechse-und-ihre-geschwister/">Rundumschlag bzgl. Große Gewächse</a> hatten wir ja bereits im Frühjahr mit unserer Probe &#8222;Grosse Gewächse und ihre Geschwister&#8220;.<br />
Wir konnten in der Probe den 2014 Riesling Grosses Gewächs „Dellchen“ trocken vom Weingut Hermann Dönnhoff, Oberhausen, Nahe, genießen. Der 2015er wurde von den beiden Brüdern im Artikel nun &#8222;als einer der besten Weine der in der gesamten Probe (Aprikose, Jasmin, Zitrone, etwas Mandarinenschale, verführerische Frucht, salzig-knusprige Säure, vielschichtig und feiner Nachhall)&#8220; bezeichnet. Ich muss heute abend nachschauen, ich glaube, ich habe noch ein Dellchen.</p>
<p>Folgende Weine wurden von Fabian und Cornelius Lange als hervorragend bezeichnet &#8211; vielleicht können ja einige Collegiaten etwas dazu sagen (hier schreiben?):</p>
<p><strong>Riesling</strong></p>
<p>Mosel:<br />
Blaufüßer Lay, Weingut Heymann-Löwenstein der Uhlen<br />
Wehlener Sonnenuhr, Weingut S.A. Prüm<br />
Scharzhofberger sowie Volz, Weingut van Volxem<br />
Bockstein sowie Saarfeilser, Weingut Sankt Urbans-Hof<br />
Rausch (sic!), Weingut Zilliken</p>
<p>In der letzten Vorstandssitzung zeigte sich Dr. Thees bereits hin und weg von der Qualität der 2015er Moselweine.</p>
<p>Rheingau:<br />
Kirchenstück, Hölle, Berg Schlossberg und Weiß Erd, Weingut Künstler<br />
Kirchenstück, Domdechaney, Weingut Domdechant Werner<br />
Doosberg, Weingut Kühn<br />
Jungfer, Schönhell, Weingut Prinz<br />
Berg Schlossberg, Berg Roseneck, Weingut Kesseler<br />
Berg Rottland, Weingut Johannishof</p>
<p>Nahe:<br />
Dellchen, Weingut Dönnhoff</p>
<p>Rheinhessen:<br />
Pettentahl, Hipping, Weingut Gunderloch</p>
<p>Pfalz:<br />
Pechstein, Kalkofen, Weingut Bassermann-Jordan</p>
<p>Franken:<br />
Würzburger Stein, Weingut Juliusspital<br />
Würzburger Stein, Weingut am Stein Ludwig Knoll<br />
Pfülben, Weingut Schmitts Kinder</p>
<p><strong>Spätburgunder (2014)</strong></p>
<p>Baden:<br />
Bienenberg, Schlossberg, Weingut Huber</p>
<p>Ahr:<br />
Kräuterberg, Weingut Meyer-Näkel</p>
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		<title>Einladung zur Festlichen Weinprobe</title>
		<link>https://collegium-vini.de/2016/03/einladung-zur-festlichen-weinprobe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Schubäus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2016 20:11:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Weinproben-Archiv]]></category>
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					<description><![CDATA[Sehr geehrte Collegiatinnen und Collegiaten, wir laden Sie ein zur Festlichen Weinprobe des Collegium Vini am Mittwoch, dem 20. April 2016, um 19 Uhr im Steigenberger Hotel Bad Homburg, Kaiser-Friedrich-Promenade 69 &#8211; 75 61348 Bad Homburg vor der Höhe Die Festliche Weinprobe steht unter dem Motto &#8222;Große Gewächse und ihre Geschwister &#8211; Weinprobe zum 65 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Collegiatinnen und Collegiaten,</p>
<p>wir laden Sie ein zur Festlichen Weinprobe des Collegium Vini am</p>
<p>Mittwoch, dem 20. April 2016, um 19 Uhr<br />
im Steigenberger Hotel Bad Homburg,<br />
Kaiser-Friedrich-Promenade 69 &#8211; 75<br />
61348 Bad Homburg vor der Höhe</p>
<p>Die Festliche Weinprobe steht unter dem Motto <strong>&#8222;Große Gewächse und ihre Geschwister &#8211; Weinprobe zum 65 jährigen Bestehen des Collegium Vini&#8220;</strong></p>
<p>Zum 65-jährigen Bestehen unseres Collegium Vini, das im März 1951 gegründet wurde, wollen wir Sie zu einer ganz besonderen Weinprobe einladen. Wir werden uns mit &#8222;Großen Gewächsen&#8220;, den trockenen Top-Weine aus den Spitzenlagen der renommiertesten Winzer Deutschlands, beschäftigen und diese zusammen mit Weinen vergleichbarer Herkunft verkosten, die diese prestigeträchtige Bezeichnung jedoch nicht tragen.<br />
Nach der internen Klassifikation des VDP werden die besten Lagen als „Große Lage&#8220; bezeichnet. Dabei handelt es sich um die absoluten Spitzenlagen des deutschen Weinbaus, die vom VDP definiert sind als „hochwertigste, parzellengenau abgegrenzte Terroirs, in denen Weine mit ganz besonderem Charakter reifen, die ihre Herkunft widerspiegeln und ein besonderes Reifepotential besitzen&#8220;. Nur in einer „Großen Lage&#8220; darf ein „Großes Gewächs&#8220; als trockener Spitzenwein geerntet werden. Wird von einem VDP-Weingut in einer „Großen Lage&#8220; ein „Großes Gewächs&#8220; produziert, ist diese Große Lage für andere trockene Weine des gleichen Weinguts verbraucht. Gleichwohl werden in diesen Lagen natürlich auch andere trockene Weine hergestellt —man kann ja i. d. R. nicht den Ertrag der gesamten lagenzugehörigen Fläche als Großes Gewächs vermarkten. Diese Weine, die „kleinen&#8220; Geschwister der Großen Gewächse, sind in der Regel auch vorzüglich —man muss nur<br />
wissen, wo sie eigentlich herkommen, da sie nicht mehr den Lagennamen der „großen Brüder&#8220; tragen dürfen. In den Großen Lagen werden ggf. auch restsüße Weine hergestellt, die dann die Prädikatsbezeichnungen von Kabinett bis zur TBA tragen dürfen. Wir wollen uns in dieser Probe mit den Großen Gewächsen und ihren Pendants beschäftigen., die in den gleichen Lagen wachsen, aber mitunter nicht nach diesen Lagen heißen. Hierzu haben wir eine Auswahl &#8222;Grosser Gewächse&#8220; (VDP) oder &#8222;Großer Gewächse&#8220; (Bernkasteler Ring) getroffen, die wir zusammen mit ihren Pendants verkosten wollen. Es handelt sich dabei vielfach um rare Weine, die gar nicht so einfach zu beschaffen sind. Darunter sind so renommierte Erzeuger wie Fritz Haag, Dönnhoff, Wittmann oder Christmann. Besonders gespannt sind wir darauf, ob sich im Vergleich der Lagen charakteristische Züge erkennen werden. Es erwartet uns ein Wechselspiel zwischen Eleganz und Fülle, Kraft und Finesse, Opulenz und Feinheit.</p>
<p>Wir hoffen, mit dieser Weinprobe dem 65. Geburtstag unseres Vereins einen würdigen Rahmen zu geben und freuen uns auf eine rege Teilnahme der Collegiatinnen, Collegiaten und Ihrer Gäste.<br />
Zu dieser Veranstaltung (Kostenbeitrag 40 €für Mitglieder, 50 €für Gäste) laden wir Sie ganz herzlich ein und hoffen, dass sie Ihr reges Interesse findet. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht. Bitte melden Sie sich per E-Mail an gerda.machau@t-online.de an und überweisen Sie bitte den Beitrag auf das Postbank-Konto des Collegium Vini.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>gez. Dr. Klaus Schubäus (Präsident) gez. Dr. Thomas Thees (Schatzmeister)</p>
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		<title>1951-2016</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Rössler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2016 19:42:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Im März 2016 wird das Collegium Vini 65 Jahre alt! Das ist ein Grund zum Feiern, kein Grund, in Rente zu gehen &#8211; im Gegenteil. Das Collegium Vini erscheint lebendiger denn je. Kein Wunder bei so vielen attraktiven Veranstaltungen, die auf hohes Interesse auch bei Gästen stoßen. Und auch 2016 haben wir viel vor: im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im März 2016 wird das Collegium Vini 65 Jahre alt! Das ist ein Grund zum Feiern, kein Grund, in Rente zu gehen &#8211; im Gegenteil. Das Collegium Vini erscheint lebendiger denn je. Kein Wunder bei so vielen attraktiven Veranstaltungen, die auf hohes Interesse auch bei Gästen stoßen. Und auch 2016 haben wir viel vor: im Februar zunächst die Weinprobe Australien, im Mai die Studienreise nach Sachsen, im August die Schifffahrt durch den Rheingau mit zeitgleicher Verkostung, und vieles mehr &#8230; Den Höhepunkt der Feierlichkeiten wird im April die Festliche Weinprobe mit dem Thema &#8222;Grosse Gewächse und ihre Geschwister&#8220; darstellen. Zum 65-jährigen Bestehen des Collegium Vini wollen wir etwas ganz Besonderes bieten – deshalb die Idee, in einer Probe einmal die Top-Lagen und Top-Weine der Top-Winzer Deutschlands zusammenzuführen. Bitte einfach schon mal den 20.4.2016 vormerken!</p>
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		<title>Bericht zur Vorpremiere der Großen Gewächse des VDP am 25. und 26. August in Wiesbaden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Rössler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2014 11:18:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Gastbeitrag von Kai Wagner, November 2014 Wiesbaden, Ende August 2014, Montagmorgen. 152 Weinkritiker, Händler, Importeure und Sommeliers aus 18 Ländern strömen ins Kurhaus zum Spitzenereignis des deutschen Weins: der Vorstellung der Großen Gewächse der VDP-Betriebe, der besten trockenen Weißweine des Jahrgangs 2013 und Rotweine aus dem Jahr 2012. Diese Verkostung von Rang wird Jahr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von Kai Wagner, November 2014</p>
<p>Wiesbaden, Ende August 2014, Montagmorgen. 152 Weinkritiker, Händler, Importeure und Sommeliers aus 18 Ländern strömen ins Kurhaus zum Spitzenereignis des deutschen Weins: der Vorstellung der Großen Gewächse der VDP-Betriebe, der besten trockenen Weißweine des Jahrgangs 2013 und Rotweine aus dem Jahr 2012. Diese Verkostung von Rang wird Jahr für Jahr professionell organisiert und durchgeführt und gestattet so dem Kritiker eine konzentrierte Arbeit unter idealen Bedingungen.</p>
<p>Die überwiegende Mehrheit der VDP-Winzer hatte auch im schwierigen Jahr 2013 Große Gewächse produziert, wenn auch mit 502 angestellten Weinen gegenüber 509 im Vorjahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Deutschland ist Riesling-Land, daran wird sich so schnell nichts ändern, aber: Deutschland wird mehr und mehr rot, dieser Trend bleibt ungebrochen. Alle roten Reben, Frühburgunder, Lemberger und allen voran der Spätburgunder, legen zu und machen schon mehr als ein Viertel der Grand Crus aus. Insgesamt kommen im September fast fünfmal so viele Große Gewächse auf den Markt wie im Premierenjahr 2002.<br />
Das kann Anlass zur Sorge geben, zumal auch die Anzahl der Großen Lagen, jener privilegierter Weinberge, aus denen Große Gewächse erzeugt werden dürfen, weiter zunimmt. Eine weitere Entwicklung dieses Tempos untergrübe das Qualitätsversprechen, für das der VDP einsteht. Es darf aber nicht übersehen werden, dass die Qualitätsentwicklung im deutschen Wein, die gerade der VDP maßgeblich vorangetrieben hat und weiter vorantreibt, ungebrochen ist.</p>
<ul>
<li>Die Spitzenweine sind kontinuierlich besser geworden. Betriebe, die auch vor zehn Jahren bereits zur Elite gehörten, haben sich weiter gesteigert, sind zum Teil zu ökologischer Produktion übergegangen und erzeugen heute nicht nur Weine mit Dichte und Charakter, sondern von höchster Eleganz.</li>
<li>Die Entwicklung beim Spätburgunder ist imposant. Etwa zehn Betriebe in Deutschland haben hier Weltniveau erreicht, was freilich die Welt außerhalb Deutschlands noch nicht wirklich realisiert hat.</li>
<li>Die Spitze ist breiter geworden. Junge Betriebe, die vor zehn Jahre praktisch unbekannt waren, gehören heute zur erweiterten Führungskreis, einige alteingesessene sind aus dem Dornröschenschlaf erwacht.</li>
<li>Die Stilistik wandelt sich, nicht mehr Obstschnittchen und Cremetörtchen als Leitmotiv, sondern Terroirexpression, Individualität, Mut zur Eigenwilligkeit.</li>
</ul>
<p>Die alljährlich gleich lautende Kritik am VDP ist gleichwohl nicht ganz unberechtigt: viele schwache Betriebe, die nicht zur deutschen Weinelite gehören, viele Große Gewächse, die bloß gewöhnliche Spätlesen sind, viele Lagen, die nicht wirklich groß sind. Hinzu kam in diesem Jahr die Frage, ob es nicht zuweilen ratsam sein kann, in Jahren wie 2013 hier und da auf die Erzeugung Großer Gewächse zu verzichten.</p>
<p>2013 war ein sehr schwieriges Jahr für den Winzer: Ein finsterer Januar, ein sehr kalter Februar und ein frostiger März zu Beginn. Erst Mitte April etwas Sonne und Wärme, dann ein launischer Mai mit Wärme und viel Regen. Erst im Juli dann ein stabiler, schöner Sommer. Ab Mitte September dann<br />
wieder reichlich Regen, der Anfang Oktober, kurz vor der Lese, nochmals deutlich zunahm bei zugleich eher warmen Temperaturen. Die Folge war eine rasche Reifeentwicklung bei gleichzeitig einsetzender Fäulnis. Während in den Weinbergen manche Trauben noch nicht voll ausgreift waren, waren andere auf Grund der Fäulnis schon für einen trockenen Wein nicht mehr verwendbar. Das Beste daraus zu machen bedeutete, eine extrem selektive Handlese in kürzester Zeit durchzuziehen. Wer das nicht schaffte, musste im Keller nachbessern. Und das merkte man so manchem Wein an.</p>
<p>2012 dagegen, also das Rotweinjahr dieser Vorpremiere, war ein echter Glücksfall. Die Erwartungen bei der Verkostung waren demnach hoch gesteckt.<br />
Knapp 400 der 502 Großen Gewächse standen in Wiesbaden zur Verkostung an. Am Ende des zweiten Tages hat man nur die gute Hälfte der Weine recht gründlich studiert, so dass jeder Bericht lückenhaft bleiben muss. So auch dieser: Grau- und Weißburgunder blieben unverkostet , ebenso viele Rieslinge und einige Silvaner. Andererseits hatte ich deutlich mehr Weine doppelt getestet als im Vorjahr. Warum? Es gab eine Menge an Überraschungen, allen voran eine große Zahl von wirklich großartigen Weinen aus dem vielgescholtenen Rheingau. Doch der Reihe nach.</p>
<p><strong>Ahr</strong><br />
Überwiegend gute Spätburgunder und Frühburgunder, Herausragendes von Stodden und Meyer-Näkel. Deren Weine sind makellos, und zwar durch die Bank. Stilistisch freilich verschieden, qualitativ gleichermaßen ganz oben.</p>
<p><strong>Baden</strong><br />
Große Spätburgunder. Ganz vorn Huber. Hubers Weine sind ganz weit entfernt von dem, was sonst in Deutschland Spätburgunder heißt, passen in keine Schublade, sind fein verwoben, geheimnisvoll als kämen sie aus einer orientalischen Zauberwelt. Ein wahres Vermächtnis ist der Wildenstein, einer der besten jemals in Deutschland geschaffenen Spätburgunder: Fruchtnoten von schwarzen Beeren und Schattenmorellen verschmelzen mit Tabak und Gewürznelke, sehr saftig und dicht, kühle, tiefgründige Mineralik, extrem komplex, dabei nie üppig, sondern erfrischend und duftig. Andere Rebsorten nicht verkostet.</p>
<p><strong>Franken</strong><br />
Wirklich beeindruckend waren die Spätburgunger von Fürst und Baltes. Kaum beeindruckend die meisten Silvaner. Herauszuheben ist der im Vergleich zu den traditionell fruchtigen Weinen der Kollegen zunächst karg wirkende Maustal-Silvaner von Luckerts. Der kompromisslose Stil der Luckert-Brüder mit aufwendiger ökologischer Weinbergsarbeit, Cordon-Erziehung, Maischestandzeit, Spontanvergärung im großen Holzfass und langem Hefelager führt zu Weinen, die wenig vordergründigen Glanz mit Duft, Primärfrucht und Zuckerschwänzchen verbreiten, sondern vielmehr fränkische Bodenhaftung auf höchstem Niveau demonstrieren. Der Maustal-Silvaner ist dicht, leise, erdig, kräutrig und ruht in sich selbst. Sehr gut, aber freilich ganz anders, die Silvaner von Weltner und May. Riesling nicht verkostet.</p>
<p><strong>Mosel</strong><br />
Der restsüße Riesling ist die unangefochtene Domäne der Mosel, mit großen trockenen Weinen tat man sich eher schwer, und so ging auch diesmal die Produktion Großer Gewächse zurück. Dass es trotzdem funktioniert, zeigen mal wieder mehr als eindrucksvoll Reinhard Löwenstein und Clemens Busch. Der Löwenstein-Stil ist luzider geworden, noch straffer, klarer und strukturierter, was den Terroircharakter insbesondere der Weine aus der Lage Uhlen noch stärker unterstreicht. Jahrgangsbedingt fielen die Erträge niedrig aus, was die Dichte, Mineralität und Salzigkeit der Weine weiter steigert, ihnen immense Kraft verleiht, ohne dass sie fett werden. Clemens Busch zeigt wieder einmal eine hochklassige Kollektion aus den Marienburger Lagen mit einem noch unentwickelten erdigen, kräuterigen, kühlen und straffen &#8222;Falkenlay&#8220; an der Spitze. Sehr gut ebenfalls Fritz Haag mit der Juffer-Sonnenuhr, die salzig und mit feiner und komplexer Säure daher kommt. Stilistisch freilich ganz anders als Löwenstein und Haag, mehr feinfühlige Mosel-Klassik, aber mit ebenso viel mineralischer Würze. Kräuter, Tabak, dichte, schwarzbeerige Frucht sind fein verwoben.</p>
<p><strong>Nahe</strong><br />
Die Nahe ist stets eine sichere Adresse für feinste Rieslinge. Sicher sind auch in diesem Jahr die Weine der Güter Emrich-Schönleber, Diel, Dönnhoff und Schäfer-Fröhlich herausragend und sicher sind Lagen wie die Hermannshöhle, Halenberg, Felseneck oder Goldloch exzellent, aber der ganz große Glanz fehlte diesmal. Schönlebers Halenberg wie immer auf der Höhe.</p>
<p><strong>Pfalz</strong><br />
Beim Riesling uneinheitliches Niveau, nicht nur zwischen den Betrieben, sondern auch innerhalb einzelner Betriebe und innerhalb einzelner Lagen. Die schwierigen Lesebedingungen dürften gerade den teils recht großen Weingütern das Leben schwer gemacht haben. Faszinierend die beiden Siebeldinger Rieslinge von Hans-Jörg Rebholz Im Sonnenschein und Ganz Horn. Noch vor weniger als zehn Jahren gab es hier Weine, die nicht wussten wohin mit Kraft, Fülle und Alkohol. Jetzt ist alles in Balance, nichts quillt über, alle Kraft ist in harmonische Form gebracht. Fast könnte man verwirrt sein, dass seine Rieslinge so eingängig wirken, denn das gab es hier nie. Wer Hans-Jörg Rebholz kennt, weiss, dass seine Weine keine Eintagsfliegen sind, die wie so manche das Premierenniveau kaum halten können. Im Gegenteil: Es dürfte Spaß machen, die Reifeentwicklung zu verfolgen. Glänzend auch die Weine von Christmann, allen voran wie stets der Idig. Gut auch Bürklin-Wolf, wo seit Jahren die feinsten und tiefgründigsten Rieslinge der Pfalz geschaffen werden. Die scheinen allerdings in diesem Jahr lauter, eingängiger und glatter.</p>
<p>Überzeugend sind die Spätburgunder der Pfalz, durchgängig gut, in der Spitze hervorragend: Becker bringt mit Kammerberg und Sankt Paul wieder einen gigantischen Strauß an Aromen, Tannin und Würze, Rebholz mit einem 2009er Im Sonnenschein, der noch lange nicht auf seinem Höhepunkt angekommen ist, Wehrheims Kastanienbusch &#8222;Köppel&#8220; großartig, elegant, frisch, kühl, dabei noch unentwickelt. Sehr gut auch Christmanns Idig.</p>
<p><strong>Rheingau</strong><br />
Schon im Vorjahr hatte sich einiges getan in der Region, in der ehemals Langeweile und Restzucker tonangebend waren. Eine grandiose Serie von Weinen aus dem Rüdesheimer Berg Schloßberg etwa, die ich nicht so erwartet hatte. Völlig unterschiedlich im Stil zeigen Wegeler, Ress und Kesseler unterschiedliche Sichten auf diesen herrlichen Weinberg. Der Aufwärtstrend bei Wegeler wird auch beim Rothenberg in überzeugender Weise bestätigt. Die puristische Handschrift von Dirk Würtz hat bei Ress unübersehbare Spuren hinterlassen. Eine Kollektion makelloser Pfundsweine. Ebenso stark Kesseler mit einer Phalanx feiner Gewächse: zweimal Riesling, zweimal Spätburgunder. Wilhelm Weils Gräfenberg ist nicht nur solide wie immer, sondern absolut herausragend mit feiner in sich gekehrter Intensität.</p>
<p><strong>Rheinhessen</strong><br />
Der Rote Hang strahlt wieder in vollem Glanz. Das ist die wichtigste Meldung aus Rheinhessen. Selten gab es so viele und so gute Weine aus den altehrwürdigen Nackenheimer und Niersteiner Lagen. Hier wird Terroir schmeckbar. Meisterlich etwa der Rothenberg &#8222;wurzelecht&#8220; von Kühling-Gillot: Tabak, Cassis und Brombeere auf einem satten mineralischen Fundament. Der Pettenthal aus gleichem Haus folgt knapp dahinter. Meine persönlichen Lieblinge sind allerdings die beiden geheimnisvollen Wonnegauer Rieslinge von Battenfeld-Spanier, der Zellerweg am Schwarzen Herrgott und vor allem der zauberhafte Frauenberg. Wittmann durch die Bank makellos wie immer, ganz vorn ein rassiges Brunnenhäuschen mit saftiger Steinobst- und Zitrusfrucht, tief und komplex, dabei reintönig und erfrischend. Hervorragend Daniel Wagner mit seiner Heerkretz, die von Jahr zu Jahr mehr Finesse und Tiefgang bekommt.</p>
<p><strong>Württemberg</strong><br />
Die Lemberger werden besser, weniger Schminke und aufdringliche Aromatik, mehr Kühle, Struktur und Eleganz. Vorn wie meist Schnaitmann und Aldinger mit ihren Versionen der Lage Bergmandel, aber auch Haidle und Heid zeigen schöne Weine. Schnaitmann zeigt große Eleganz, feinverwobene, seidige Aromatik und -wie man bei Schnaitmann immer weiß- großes Potential. Aldinger ist der opulentere, bietet alles, was ein großer Roter bieten kann, viel Saft und Würze, Brombeerfrucht, Zimt, das Ganze auf einer kräftigen mineralischen Basis und mit reifer Säure. Das Niveau der besten österreichischen Blaufränkisch wird allerdings von den Württembergern nicht erreicht. Das pannonische Klima mit langen trockenen Sommern kommt der Rebsorte dort eben doch sehr zugute.</p>
<p><strong>Das Fazit?</strong><br />
Erstens &#8211; Die Qualitätskurve im deutschen Wein zeigt ungebrochen weiter nach oben. Die Spitze ist stabil, die Basis wird breiter.<br />
Zweitens &#8211; Grund zur Freude ist die Entwicklung beim Rotwein. Es ist keine Prophezeiung mehr zu behaupten, dass der deutsche Spätburgunder denselben Rang in der Welt einnehmen wird wie der deutsche Riesling, es entspricht schlicht den Tatsachen. Einige Spitzenbetriebe haben den Weg gewiesen, die Bewegung in der Breite wird folgen.<br />
Drittens &#8211; Es scheint sich zu bewahrheiten: Ökologische Produktion ist nicht nur besser für unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Es kommen dabei zwar nicht in der Regel, aber zumindest im Schnitt auch die besseren Weine heraus.</p>
<p>Zum Schluss zwei Empfehlungslisten: Die erste zeigt die überzeugendsten Weine der diesjährigen Vorpremiere, sieben Rieslinge, drei Spätburgunder. Die zweite Liste bringt absolut überzeugende Weine von Winzern, die noch nicht zum Establishment gehören und die man daher vielleicht noch nicht so sehr im Fokus hatte.</p>
<p><strong>Zweimal Top Ten</strong></p>
<p><strong>Die zehn Besten der Etablierten</strong><br />
<em>Riesling</em><br />
Löwenstein &#8211; Uhlen &#8222;Laubach&#8220;<br />
Battenfeld-Spanier &#8211; Frauenberg<br />
Wittmann &#8211; Brunnenhäuschen<br />
Emrich-Schönleber &#8211; Halenberg<br />
Christmann &#8211; Idig<br />
Rebholz &#8211; Im Sonnenschein &#8222;Ganz Horn&#8220;<br />
<em>Spätburgunder</em><br />
Becker &#8211; Kammerberg<br />
Fürst &#8211; Schloßberg<br />
Huber &#8211; Wildenstein</p>
<p><strong>Die zehn Überraschungssieger</strong><br />
<em>Riesling</em><br />
Ress &#8211; Berg Schloßberg<br />
Busch &#8211; Marienburg Falkenlay<br />
Kesseler &#8211; Berg Schloßberg<br />
Winter &#8211; Geyersberg<br />
Wagner-Stempel &#8211; Heerkretz<br />
<em>Silvaner</em><br />
Luckert &#8211; Maustal<br />
<em>Spätburgunder</em><br />
Baltes &#8211; Schloßberg<br />
Schlör &#8211; Fyerst<br />
Seeger &#8211; Herrenberg<br />
<em>Lemberger</em><br />
Beurer &#8211; Mönchberg<br />
Heid &#8211; Bergmandel</p>
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