Weindegustation

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

„Schmeckt mir – schmeckt mir nicht“, urteilt der Wein- Neuling. Wenn er Freude an dem edelsten Naturgetränk findet, möchte er wissen, warum. Wonach duftet und schmeckt der Wein? Warum ist er gut oder schlecht? Der neue Weinfreund geht die ersten Schritte auf dem Weg der geschmacklichen Verfeinerung. Ein optimales Lernmedium dafür sind moderierte Weinproben, wie sie das Collegium Vini anbietet.

Jede Degustation in der Gruppe stellt die Teilnehmer auf die Probe. Gefragt sind: Konzentration , Unvoreingenommenheit, Neugier und Offenheit in der Diskussion – ohne schulmeisterliche Kommentare und Leerformeln.

Für die Degustation hat sich ein Schema bewährt, das das Aussehen, den Duft und den Geschmack des Weins systematisch erfasst. Das nachfolgende Degustationsblatt hilft dem Weintrinker, seine Wahrnehmung der Weine zu verfeinern und systematisch zu ordnen- im Selbststudium oder in der Weinprobe.

Grundmerkmale Punkte

  1. Aussehen / Erscheinungsbild 0 – 4
    1. Klarheit
    2. Farbton / Farbtiefe
    3. Konsistenz / Viskosität
  2. Geruch / Duft / Bukett 0 – 4
    1. allgemeiner Eindruck
    2. Geruchsintensität
    3. Aromen / Bukett
  3. Geschmack 0 – 8
    1. Süße
    2. Säure
    3. Gerbstoff (Tannin)
    4. Körper (Alkohol, Extrakt)
    5. Aromen
  4. Charakter 0 – 4
    1. Abgang
    2. Ausgewogenheit / Harmonie / Finesse
    3. Reife

maximal mögliche Punkte 20 (es können halbe Punkte vergeben werden)

DEGUSTATIONSBLATT

Grundmerkmale Beispiele

  1. Aussehen / Erscheinungsbild
    1. Klarheit trüb, matt, stumpf, klar,funkelnd, strahlend, glanzhell
    2. Farbton / Farbtiefe
      Weisswein: wässrig, hell, mittel, tief,dunkel, grüngelb, blaßgelb, strohgelb, goldgelb, bernsteinfarben
      Rotwein: zwiebelschalenfarbig, rosé, hellrot, ziegelrot,granatrot, purpur, rubin,braunrot, violett, blauschwarz
    3. Konsistenz / Viskosität wässrig, dünn, normal, ölig,schlierig, dick
  2. Geruch / Duft / Bukett
    1. allgemeiner Eindruck fehlerhaft, muffig, dumpf, stichig (Hefe, Essig, Oxydation, Faß etc.), parfümiert, neutral, sauber, reintönig, ansprechend, duftig, würzig, ausgeprägt, groß
    2. Geruchsintensität schwach, kräftig, ausgeprägt
    3. Aromen / Bukett fehlerhaft, fehlend, angenehm, harmonisch, zart, lieblich, fruchtig, blumig, pflanzlich, würzig, karamelisiert, rauchig, erdig, mineralisch, holzig,animalisch
  3. Geschmack
    1. Süße trocken, halbtrocken, halbsüß,´lieblich, süß, edelsüß, ausgewogn, pappig
    2. Säure flach, mild, erfrischend, ausgeprägt, nervig, rassig, kernig, stahlig, geschliffen, fein, pikant, harmonisch, spitz, aggressiv
    3. Gerbstoff (Tannin) RW: adstringierend,gerbstoffreich,hart, herb, bitter, rauh, streng,abgerundet, samtig, seidig, weich, eingebunden
    4. Körper (Alkohol, Extrakt) schwach, dünn, schlank, leicht,feingliedrig, mittel, körperreich,kräftig, kraftvoll, füllig, rund, saftig, mollig, mächtig, üppig, wuchtig, feurig, brandig
    5. Aromen siehe 2.3
  4. Charakter
    1. Abgang schwach, flüchtig, mittel,anhaltend, nachhaltig, lang,endlos
    2. Ausgewogenheit / Harmonie/Finesse ausdruckslos, unausgewogen,ausgewogen, rund, charaktervoll, komplex, harmonisch,finessenreich, vollendet
    3. Reife unreif, (noch) verschlossen,jugendlich, reif, edelreif,edelfirn, firn, gezehrt, passé

Für fortgeschrittene Weinbeschreiber kann auch dies vereinfachte 20-Punkte-Bewertungsschema Anwendung finden:

20 / 20 Weine von höchster Vollendung und Harmonie
18 – 19,5 / 20 herausragende Qualitäten, reserviert für die besten Weine großer Jahrgänge, erlesene Weine von Weltklasse auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung mit überragendem Entwicklungspotential
16 – 17,5 / 20 sehr gute Qualitäten, alle Komponenten müssen harmonisch zusammenwirken, großes Entwicklungspotential
14 – 15,5 / 20 gute Qualitäten, die deutlich über dem Durchschnitt liegen, mit mittlerem Entwicklungspotential
12 – 13,5 / 20 befriedigende Qualitäten, die gutem Mittelmaß entsprechen oder die ihren Höhepunkt überschritten haben
10 – 11,5 / 20 passable Qualitäten, die jedoch schon unter dem Durchschnitt liegen und kein Zukunftspotential haben
6 – 9,5 / 20 schwache Weine von enttäuschender Qualität, gerade noch trinkbar, am Ende ihrer Entwicklung
0 – 5,5 / 20 fehlerhafte Weine von indiskutabler Qualität, oxydiert, ungenießbar

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